Risikomanagement
Um die Risiken, die sich aus dem Finanzdienstleistungsgeschäft für Jungheinrich ergeben könnten, erfassen und laufend bewerten zu können, hat der Konzern ein stringentes Risikomanagement-System implementiert. Durch eine europaweite Leasing-Vertragsdatenbank auf Basis von SAP ERP steht eine konzerneinheitliche Erfassung und Risikobewertung von Finanzdienstleistungsverträgen als durchgängiges Risikomanagement- System zur Verfügung. Zu den wesentlichen Risiken des Finanzdienstleistungsgeschäftes gehören neben dem bereits dargestellten Refinanzierungsrisiko das Bonitätsrisiko aus Kundenforderungen und das Restwertrisiko.
Bonitätsrisiko
Das Ausfallrisiko bei Kundenforderungen konnte in den vergangenen Jahren auf einem sehr niedrigen Niveau gehalten werden. Hierzu haben insbesondere die umfassenden Bonitätsprüfungen vor Vertragsabschluss beigetragen. Kreditversicherungen werden zur Abdeckung von Klumpenrisiken abgeschlossen. Darüber hinaus erfolgt die Vermarktung vorzeitig zurückgeholter Fahrzeuge durch die operativen Vertriebseinheiten mit dem Geschäftsbereich Finanzdienstleistungen zu festgelegten Rücknahmekonditionen. Durch eine professionelle Vermarktung von Gebrauchtgeräten innerhalb der Jungheinrich-Organisation über das europaweite Direktvertriebssystem und ergänzend über die Internet-Plattform Supralift verfügt Jungheinrich über ausgezeichnete Instrumente zur Wiedervermarktung.
Restwertrisiko
Durch eine interne Restwertgarantie des Vertriebes gegenüber dem Geschäftsbereich Finanzdienstleistungen liegen Chancen und Risiken aus der Wiedervermarktung der Fahrzeug-Rückläufer bei den operativen Vertriebseinheiten. Die Kalkulation dieser Restwertgarantien erfolgt auf Basis einer konservativen konzerneinheitlichen Vorgabe maximal zulässiger Restwerte durch den Geschäftsbereich Gebrauchtgeräte innerhalb des Vertriebes. Mit Hilfe der Leasing-Vertragsdatenbank wird quartalsbezogen aus Sicht des Jungheinrich-Konzerns und aus Sicht des Geschäftsbereiches Finanzdienstleistungen eine Risikobewertung des Bestandes an Finanzdienstleistungsverträgen vorgenommen. Hierzu erfolgt eine Bewertung aller Einzelverträge mit ihren Restwerten zu aktuellen Marktpreisen auf Einzelvertragsebene. In den Fällen, in denen der aktuelle Marktwert unterhalb des Restwertes des jeweiligen Vertrages liegt, wird diesem Risiko im Rahmen der Bilanzierung durch die Bildung angemessener Rückstellungen Rechnung getragen.
