Ausblick und Chancen


Für das Geschäftsjahr 2009 geht Jungheinrich in seiner Konjunktureinschätzung für den Welthandel von einer insgesamt stagnierenden Wirtschaftsentwicklung aus. Während sich die westlichen Industrienationen als Folge der weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise fast ausnahmslos der Rezession ausgesetzt sehen, dürften sich auch bei aufstrebenden Regionen wie Asien – vor allem geprägt durch Länder wie China und Indien – eine deutlich abnehmende Dynamik und dadurch nur noch ein moderates Wirtschaftswachstum zeigen. Nicht einzuschätzen sind die Auswirkungen der umfangreichen weltweit geschnürten Konjunkturpakete auf die künftige weltwirtschaftliche Entwicklung und die sich hieraus ergebenden direkten und indirekten Einflüsse auf die Konjunktur der Flurförderzeugindustrie.

Geschätztes Wirtschaftswachstum (BIP1)) in %

Region 2009
Welt 0,5
USA - 2,5
China 6,5
Eurozone - 2,5 bis - 3,0
Deutschland - 3,0 bis - 4,0
1) Bruttoinlandsprodukt Quelle: Commerzbank

Vor dem Hintergrund dieses Konjunkturbildes bleiben die Aussichten für die Branchenkonjunktur 2009 getrübt. Das weltweite Marktvolumen für Flurförderzeuge dürfte – ungeachtet der hohen Unsicherheit in der Markteinschätzung – auf deutlich unter 700 Tsd. Fahrzeuge zurückgehen. Der stückzahlbezogene Rückgang erstreckt sich auf alle Absatzmärkte weltweit, wenngleich in unterschiedlichem Ausmaß. Dieser Marktrückgang wird die Absatzmöglichkeiten von Jungheinrich entsprechend einschränken. Dennoch sieht sich das Unternehmen gut aufgestellt, um im schwierigen Marktumfeld erfolgreich bestehen zu können. So hat Jungheinrich im Jahr 2008 frühzeitig die Weichen für eine solide Finanzierung gestellt und Maßnahmen zur Anpassung der Produktion an die geringere Nachfrage eingeleitet sowie das Bestands- und Kostenmanagement intensiviert. Zudem wird sich der weitere Anstieg des europaweiten Marktbesatzes an Jungheinrich-Fahrzeugen positiv auf das weniger konjunkturzyklische After-Sales-Geschäft auswirken und eine relativ stabile Umsatzentwicklung dieses Geschäftes aufweisen.

Die Geschäftsentwicklung 2009 wird neben einem verstärkten Nachfragerückgang im Neugeschäft vom Auslastungsgrad der Fertigungskapazitäten in den Werken bestimmt werden. Gegen Ende des Jahres wird mit der Fertigstellung der neuen Produktionsstätte in Landsberg bei Halle (Sachsen-Anhalt) die volle Produktionskapazität in allen Linien zur Verfügung stehen. Angesichts der schwachen Marktverfassung wird der Bau der neuen Produktionsstätte für Lager- und Systemfahrzeuge in Degernpoint bei Moosburg (Bayern) geschoben, bis die Konjunktur wieder anzieht. Der Ausbau des weltweiten Direktvertriebs- und Servicenetzes wird ungeachtet des schwierigen Branchenumfeldes fortgeführt, aber den regionalen Erfordernissen entsprechend mit Augenmaß erfolgen. Beim Versandhandel steht der nächste Schritt zum europaweiten Ausbau an. Die Höhe des Investitionsvolumens wird insgesamt den Vorjahreswert deutlich unterschreiten.

Der Jungheinrich-Konzern wird 2009 seine Entwicklungstätigkeit auf hohem Niveau fortführen und seine Leistungsfähigkeit in Schlüsseltechnologien unter Beweis stellen. Das gilt im besonderen Maße für die Antriebstechnik, bei der die Energieeffizienz bei gleichzeitiger Leistungserhöhung im Vordergrund steht. Umweltfreundliche Antriebskonzepte werden nach ihrer Umsetzung einen wertvollen Beitrag zur Senkung der CO2-Emissionen leisten. Darüber hinaus bleibt die kontinuierliche Erneuerung und Ergänzung des breit gefassten Produktprogrammes ein wesentlicher Schwerpunkt der Entwicklungstätigkeit von Jungheinrich.

Die Ertragsentwicklung im Jahr 2009 wird vor allem vom weltweiten Nachfragerückgang bei Flurförderzeugen und der damit verbundenen erheblich geringeren Produktivität in den Werken bestimmt werden. Dabei hängt das Ausmaß des negativen Einflusses auf das Neugeschäft im Wesentlichen von der Dauer und der Intensität der Rezession in den relevanten Märkten ab. Der weitere Abbau von Leiharbeitnehmern und Arbeitszeitkonten sowie die Einführung von Kurzarbeit werden bis zu einem gewissen Grad für Entlastung sorgen. Der Verdrängungs- und Preiswettbewerb wird sich angesichts der schwachen Marktverfassung fortsetzen. Demgegenüber dürfte die entspanntere Preissituation bei Rohstoffen anhalten und sich in der zweiten Jahreshälfte positiv auswirken. Aufgrund der schwierigen weltwirtschaftlichen Rahmenbedingungen erwartet Jungheinrich für das Geschäftsjahr 2009 insgesamt eine ungünstige Geschäfts- und Ertragsentwicklung.

2010 könnte mit einer leichten Ausweitung des Geschäftsvolumens gerechnet werden. Voraussetzung dafür ist, dass sich die weltwirtschaftlichen und branchenspezifischen Rahmenbedingungen im Laufe der zweiten Jahreshälfte 2009 – auch unter Berücksichtigung der erheblichen Stabilisierungs- und Konjunkturprogramme, die in vielen Industrienationen auf den Weg gebracht wurden – festigen und in eine Konjunkturerholung münden. Das würde zur Verbesserung der Ertragsentwicklung des Jungheinrich-Konzerns beitragen. Die Flurförderzeugbranche wird weiterhin von einem starken Preiswettbewerb gekennzeichnet sein. Sollte die weltweite Konjunkturerholung früher eintreten als erwartet, würde der Jungheinrich- Konzern von den zusätzlich zur Verfügung stehenden höheren Fertigungskapazitäten und den sich daraus ergebenden Produktivitätsfortschritten profitieren können.

Aufgrund nicht vorhersehbarer Entwicklungen kann der tatsächliche Geschäftsverlauf von den Erwartungen, die auf Annahmen und Schätzungen der Unternehmensleitung von Jungheinrich basieren, abweichen. Zu den Faktoren, die zu Abweichungen führen können, gehören u. a. Veränderungen im wirtschaftlichen und geschäftlichen Umfeld, Wechselkurs- und Zinsschwankungen und die Einführung von Produkten des Wettbewerbs.

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