Forschung und Entwicklung


Aufwendungen für Forschung und Entwicklung
in Mio. €

Der Jungheinrich-Konzern investierte im Geschäftsjahr 2008 weiterhin kräftig in die Entwicklung seiner Produkte. Auf der weltweit größten und bedeutendsten Intralogistikmesse CeMAT in Hannover präsentierte Jungheinrich im Frühjahr dem internationalen Fachpublikum neue Produkte aus allen Segmenten. Die positive Resonanz der Kunden, u. a. auf die neue verbrennungsmotorische Staplergeneration mit hydrostatischem Antrieb, bestätigt die Innovationskraft des Unternehmens. Die Aufwendungen des Jungheinrich-

Konzerns für Forschung und Entwicklung, einschließlich entwicklungsnaher Arbeitsvorbereitung und der Inanspruchnahme von Leistungen Dritter, erreichten mit 39 Mio. € fast das Niveau des Vorjahres (41 Mio. €). Das waren 4,0 Prozent (Vorjahr: 4,5 Prozent) des im Berichtsjahr deutlich gestiegenen Umsatzes aus dem Neufahrzeuggeschäft. Der Bereich Forschung und Entwicklung umfasste im vergangenen Jahr konzernweit durchschnittlich 340 (Vorjahr: 350) Mitarbeiter.

Der Schwerpunkt der entwicklungstechnischen Aufgaben lag im Berichtsjahr 2008 auf den Neuentwicklungen bei den Gegengewichtsstaplern mit der besonderen Anforderung an Energieeffizienz und -management. 2008 wurden konzernweit 84 (Vorjahr: 127) Schutzrechte angemeldet, 89 (Vorjahr: 65) Patente erteilt. Damit konnten Innovationen in bedeutende Produktverbesserungen umgesetzt werden, die wesentlich zur Steigerung des Kundennutzens beitragen. In den Entwicklungsabteilungen standen im Berichtszeitraum folgende Arbeitsfelder im Blickfeld:

Grundlagenentwicklung

Im Berichtszeitraum wurden zentrale Forschungsthemen, die sich mit neuen effizienten Antriebssystemen beschäftigen, aufgegriffen. Sie bildeten einen wesentlichen Schwerpunkt der Entwicklungstätigkeit. Untersucht und entwickelt wurden vielversprechende Energiesysteme auf Basis von Lithium-Ionen-Batterien. Zudem wurden Antriebe auf Möglichkeiten zur Steigerung des Wirkungsgrades bei gleichzeitiger Erhöhung der Umschlagsleistung erforscht. Erste gewonnene Erkenntnisse konnten in der Fahrzeugstudie „Concept ’08“ im Frühjahr auf der CeMAT vorgestellt werden. Das voll funktionsfähige Niederhubfahrzeug basiert auf einem Antriebskonzept, das Lithium-Ionen-Energiespeicher mit einem äußerst sparsamen Direktantrieb verbindet. Darüber hinaus wurden weitere alternative Antriebskonzepte wie Brennstoffzellen- und Hybridantriebe auf ihre Zuverlässigkeit und Wirtschaftlichkeit untersucht. Auf diese Weise unterstrich Jungheinrich seine Kompetenz im Bereich effizienter Antriebssysteme.

Logistiksysteme bieten für Jungheinrich eine gute Möglichkeit, das Produktprogramm auszubauen. Durch die intelligente Verknüpfung von Lagerverwaltungssystemen, Ladungsträgern und Flurförderzeugen sind erhebliche Effizienzsteigerungen in der Logistik realisierbar. So wurde das Multi Pallet Tracking (Mehrfachpaletten-Verfolgung) basierend auf der in die Gabelzinken des Staplers integrierten RFID-Antenne (Radio Frequency Identification) präsentiert. Die Einbeziehung moderner Informationstechnologien in den Stapler wird das Marktpotenzial zukünftig deutlich steigern.

Ein weiterer Entwicklungsschwerpunkt lag auf der Reduzierung der Life Cycle Costs (Lebenszyklus- Kosten). Beispielsweise wurden Servicehilfsmittel getestet, die es erlauben, die Verfügbarkeit der Fahrzeuge kostengünstig zu erhöhen. Um die Produktqualität weiter zu verbessern, wurde das Test- und Entwicklungszentrum in Norderstedt um ein großes Labor für Lärmmessung erweitert.

Produktentwicklung

Ein besonderes Highlight im Berichtszeitraum war die Markteinführung eines neuen Elektro-Gegengewichtsstaplers. Durch umfangreiche Konstruktionsmaßnahmen konnte der Energieverbrauch um 20 Prozent reduziert werden. Basis hierfür war u. a. die Entwicklung eines innovativen Batteriemanagements sowie der Einsatz eines speziellen elektrischen Lenksystems.

Die Neuentwicklung der verbrennungsmotorischen Stapler mit Tragfähigkeiten zwischen 6 und 9 Tonnen zeichnet sich besonders durch neue elektronisch gesteuerte Dieselmotoren sowie eine servicefreundliche Kippkabine aus. Die erfolgreich eingeführte Hydrostatik-Antriebstechnologie wird auf weitere Baureihen übertragen.

Um den Erfolg in den bedeutenden Wachstumsregionen weltweit zu sichern, werden zukünftig auch marktspezifisch angepasste Produkte aus lokaler Produktion die Produktpalette erweitern. Ein neuer elektrisch betriebener Gegengewichtsstapler wurde erstmalig auf der CeMAT ASIA für den chinesischen Markt vorgestellt.

Bei den Systemgeräten wurden die aktuelle RFID-Technologie, die Vorteile von effizienten Antrieben und zusätzliche Sicherheitsmerkmale in einem neuen Hochhub-Kommissionierfahrzeug umgesetzt.

Ein spezieller Schubmaststapler mit Superelastikbereifung für den kombinierten Hallen- und Hofeinsatz, der mit den neuesten Technologien aufwartet, ergänzt die neue Schubmaststapler-Generation.

Neue Intralogistik-Konzepte zur Versorgung von Montagelinien mit Schleppzügen (Milkrun-Konzept) erfordern die konsequente Erweiterung des Produktportfolios. Mit der Einführung eines kompletten Schlepperprogramms mit Zugfähigkeiten von 1 bis 25 Tonnen ist Jungheinrich in der Lage, sämtliche Kundenwünsche in diesem Segment zu erfüllen.

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