Vermögens- und Finanzlage
Eigenkapitalquote
in %
Die Jungheinrich AG nimmt die operative und strategische finanzwirtschaftliche Steuerung zentral für den Konzern und ihre Tochtergesellschaften wahr. Im Wege eines Cash- und Währungsmanagements wird eine zins- und währungsoptimale Finanzmittelversorgung und Zahlungsstromsteuerung der in- und ausländischen Konzerngesellschaften erreicht. Der kurz-, mittel- und langfristige Finanzbedarf wird unter Ausschöpfung der Finanzierungsmöglichkeiten an den internationalen Geld- und Kapitalmärkten gedeckt.
Die Vermögens- und Finanzlage des Jungheinrich-Konzerns wurde im Geschäftsjahr 2008 vor allem von der weiteren Geschäftsausweitung und der noch guten Ertragsentwicklung bestimmt. Die Bilanzsumme erhöhte sich zum Jahresende 2008 um 106 Mio. € auf 2.179 Mio. € (Vorjahr: 2.073 Mio. €).
Beim Ausweis des Finanzdienstleistungsgeschäftes ist zu beachten, dass die zwischen den Kunden und den Jungheinrich-Gesellschaften direkt oder unter Zwischenschaltung von Leasinggesellschaften geschlossenen langfristigen Leasing- oder Rentalverträge entsprechend den IFRS-Bilanzierungsregeln je nach Vertragsart auf der Aktivseite entweder im Anlage- oder im Umlaufvermögen (als Leasinggeräte oder Forderungen aus Finanzdienstleistungen) ausgewiesen werden. Die Refinanzierung dieser langfristigen Kundenverträge erfolgt laufzeitkongruent und wird auf der Passivseite unter den Verbindlichkeiten aus Finanzdienstleistungen ausgewiesen. Hieraus ergibt sich eine Bilanzverlängerung. Darüber hinaus werden Umsatzabgrenzungen, die aus bereits erzielten Verkaufserlösen mit einer zwischengeschalteten Leasinggesellschaft herrühren, unter den Rechnungsabgrenzungsposten ausgewiesen. Die Zahlungseingänge aus den Kundenverträgen stimmen weitgehend mit den Refinanzierungszahlungen an die Kreditinstitute aus diesem Geschäft überein.
Der europaweit erfasste Vertragsbestand des Leasinggeschäftes wuchs um 10 Prozent auf 92,9 Tsd. Fahrzeuge (Vorjahr: 84,4 Tsd. Einheiten). Er entsprach einem Neuwert von 1.451 Mio. € (Vorjahr: 1.332 Mio. €).
Vermögensstruktur des Jungheinrich-Konzerns
| in Mio. € | 31.12.2008 | 31.12.2007 |
|---|---|---|
| Langfristige Vermögenswerte | 1.099 | 1.013 |
| Anlagevermögen | 713 | 666 |
| Forderungen aus Finanzdienstleistungen | 329 | 288 |
| Übrige langfristige Vermögenswerte | 57 | 59 |
| Kurzfristige Vermögenswerte | 1.080 | 1.060 |
| Vorräte | 247 | 243 |
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 385 | 413 |
| Forderungen aus Finanzdienstleistungen | 131 | 114 |
| Übrige kurzfristige Vermögenswerte | 55 | 39 |
| Liquide Mittel und Wertpapiere | 262 | 251 |
| Bilanzsumme | 2.179 | 2.073 |
Das Anlagevermögen erhöhte sich um 47 Mio. € auf 713 Mio. € (Vorjahr: 666 Mio. €). Von diesem Anstieg entfiel der überwiegende Teil auf die Ausweitung des Miet- und Leasinggeschäftes und auf Investitionen in die Werke, hier vor allem auf die Errichtung des neuen Produktionswerkes für Elektro-Niederhubwagen in Landsberg bei Halle (Sachsen-Anhalt). Die lang- und kurzfristigen Forderungen aus Finanzdienstleistungen erhöhten sich aufgrund der Geschäftsausweitung um insgesamt 58 Mio. € auf 460 Mio. € (Vorjahr: 402 Mio. €). Ein wesentlicher Teil des Anstieges beruhte auf der eigenen Finanzdienstleistungsgesellschaft in Großbritannien nach der Übernahme des Geschäftes in eigener Regie. Die Vorräte stiegen nur geringfügig auf 247 Mio. € (Vorjahr: 243 Mio. €) als Folge des Konjunkturabschwunges im zweiten Halbjahr 2008. Die kurzfristigen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen gingen durch einen Abbau überfälliger Forderungen zum Jahresende um 28 Mio. € auf 385 Mio. € (Vorjahr: 413 Mio. €) zurück. Die Finanzmittel (liquide Mittel und Wertpapiere) stiegen leicht um 11 Mio. € auf 262 Mio. € (Vorjahr: 251 Mio. €).
Kapitalstruktur des Jungheinrich-Konzerns
| in Mio. € | 31.12.2008 | 31.12.2007 |
|---|---|---|
| Eigenkapital | 625 | 554 |
| Langfristige Schulden | 893 | 844 |
| Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen | 140 | 164 |
| Finanzverbindlichkeiten | 150 | 144 |
| Verbindlichkeiten aus Finanzdienstleistungen | 465 | 390 |
| Übrige langfristige Schulden | 138 | 146 |
| Kurzfristige Schulden | 661 | 675 |
| Übrige kurzfristige Rückstellungen | 108 | 111 |
| Finanzverbindlichkeiten | 135 | 146 |
| Verbindlichkeiten aus Finanzdienstleistungen | 178 | 151 |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 117 | 140 |
| Übrige kurzfristige Schulden | 123 | 127 |
| Bilanzsumme | 2.179 | 2.073 |
EBIT-Umsatzrendite
in % (ROS)
EBIT-Kapitalrendite
in % (ROCE)1
Die Entwicklung des Eigenkapitals, das sich um 71 Mio. € auf 625 Mio. € erhöhte (Vorjahr: 554 Mio. €), wurde einerseits vom hohen Ergebnis nach Steuern und Währungseinflüssen sowie andererseits von der Dividendenausschüttung für das Geschäftsjahr 2007 bestimmt. Die Eigenkapitalquote verbesserte sich trotz der höheren Bilanzsumme auf 29 Prozent (Vorjahr: 27 Prozent). Die immateriellen Vermögenswerte, Sachanlagen und Mietgeräte waren zum Bilanzstichtag zu 122 Prozent (Vorjahr: 114 Prozent) durch das Eigenkapital gedeckt. Der Jungheinrich-Konzern war jederzeit in der Lage, seine Zahlungsverpflichtungen zu erfüllen. Das galt insbesondere auch vor dem Hintergrund der sich verschärfenden internationalen Finanzkrise: Der Jungheinrich-Konzern konnte seine Finanzierung über den im Berichtszeitraum benötigten Finanzbedarf hinaus sicherstellen. Das Unternehmen wies ohne die Verbindlichkeiten aus Finanzdienstleistungen, die durch entsprechende Kundenforderungen gedeckt waren, nur eine geringe Nettoverschuldung auf. Der Verschuldungsgrad von Jungheinrich – gemessen als Relation der Nettoverschuldung zu EBITDA – betrug weniger als 0,1 Jahre (Vorjahr: 0,1 Jahre). Aufgrund einer Einmalzahlung in den Pensionsfonds in Großbritannien ergab sich ein Abbau der Pensionsrückstellungen auf 140 Mio. € (Vorjahr: 164 Mio. €). Die übrigen lang- und kurzfristigen Rückstellungen sanken insgesamt auf 150 Mio. € (Vorjahr: 156 Mio. €). Die lang- und kurzfristigen Finanzverbindlichkeiten des Konzerns nahmen leicht um 5 Mio. € auf 285 Mio. € (Vorjahr: 290 Mio. €) ab. Unter Berücksichtigung des Finanzmittelbestandes einschließlich der Wertpapiere von insgesamt 262 Mio. € ergab sich ein Abbau der Netto-Finanzverbindlichkeiten auf 23 Mio. € (Vorjahr: 39 Mio. €). Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen gingen aufgrund des bereits zum Jahresende reduzierten Einkaufsvolumens sowie des Rückganges der Verpflichtungen für ausstehende Rechnungen um 23 Mio. € auf 117 Mio. € (Vorjahr: 140 Mio. €) zurück. Die lang- und kurzfristigen Verbindlichkeiten aus Finanzdienstleistungen nahmen entsprechend der Ausweitung des Geschäftsvolumens um 102 Mio. € auf 643 Mio. € (Vorjahr: 541 Mio. €) zu.
Die vollständige Bilanz des Jungheinrich-Konzerns ist dem Konzernabschluss der Jungheinrich AG zu entnehmen.
Kapitalflussrechnung
| in Mio. € | 2008 | 2007 |
|---|---|---|
| Ergebnis nach Steuern | 77 | 82 |
| Abschreibungen | 170 | 136 |
| Veränderung der Miet- und Leasinggeräte (ohne Abschreibungen) sowie der Forderungen aus Finanzdienstleistungen |
- 221 | - 218 |
| Veränderung Verbindlichkeiten aus der Finanzierung von Finanzdienstleistungen und Mietgeräten | 134 | 131 |
| Sonstige Veränderungen | - 28 | - 24 |
| Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit | 132 | 107 |
| Cashflow aus der Investitionstätigkeit | - 138 | - 60 |
| Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit | - 47 | - 36 |
| Zahlungswirksame Veränderung des Finanzmittelbestandes | - 53 | 11 |
Eigenkapitalrendite nach Ertragsteuern
in %
Gesamtkapitalrendite 1)
in %
Der Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit lag mit 132 Mio. € um 25 Mio. € über dem Vorjahreswert von 107 Mio. €. Maßgebend hierfür war die Erhöhung der Abschreibungen um 34 Mio. €, die zusätzlich den leichten Ergebnisrückgang kompensierte. Der gegenüber dem Vorjahr geringe Zuwachs von 3 Mio. € in der Mittelbindung aus der Veränderung der Miet- und Leasinggeräte sowie der Forderungen aus Finanzdienstleistungen wurde durch einen gleich hohen Zufluss aus der Veränderung der Verbindlichkeiten aus Finanzdienstleistungen und aus der Finanzierung von Mietgeräten ausgeglichen. Der Cashflow aus der Investitionstätigkeit lag mit minus 138 Mio. € um 78 Mio. € über dem Niveau des Vorjahres (minus 60 Mio. €). Das war zu 63 Mio. € auf die Anlage von Finanzmitteln in 2009 endfällige Wertpapiere und darüber hinaus auf das hohe Investitionsvolumen der neuen Produktionsstätte in Landsberg (Sachsen-Anhalt) zurückzuführen. Der Mittelabfluss aus der Finanzierungstätigkeit in Höhe von minus 47 Mio. € (Vorjahr: minus 36 Mio. €) resultierte aus dem Abbau von Bankverbindlichkeiten und Finanzkrediten sowie aus der Dividendenausschüttung in Höhe von 18,6 Mio. € (Vorjahr: 17,3 Mio. €). Unter Berücksichtigung der Anlage von Finanzmitteln in Wertpapiere ergab sich eine zahlungswirksame Veränderung des Finanzmittelbestandes von plus 10 Mio. € (Vorjahr: plus 11 Mio. €)
Die detaillierte Kapitalflussrechnung ist dem Konzernabschluss der Jungheinrich AG zu entnehmen.
Die Wertschöpfung des Jungheinrich-Konzerns zeigt folgendes Bild:
| in Mio. € | 2008 | % | 2007 | % |
|---|---|---|---|---|
| Entstehung | ||||
| Unternehmensleistung 1) | 2.201 | 100,0 | 2.043 | 100,0 |
| Material- und Sachkosten | 1.274 | 57,9 | 1.171 | 57,3 |
| Abschreibungen | 170 | 7,7 | 136 | 6,7 |
| Nettowertschöpfung | 757 | 34,4 | 736 | 36,0 |
| Verwendung | ||||
| Mitarbeiter | 595 | 78,6 | 564 | 76,7 |
| Öffentliche Hand | 45 | 5,9 | 57 | 7,7 |
| Darlehensgeber | 40 | 5,3 | 34 | 4,6 |
| Aktionäre | 19 | 2,5 | 17 | 2,3 |
| Unternehmen | 58 | 7,7 | 64 | 8,7 |
| Nettowertschöpfung | 757 | 100,0 | 736 | 100,0 |
| 1) inkl. Zinserträge, sonstige betriebliche Erträge und Beteiligungserträge | ||||
Investitionen
in Mio. € (Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte
ohne aktivierte Entwicklungskosten)
Aus der Wertschöpfungsrechnung ergeben sich die von Jungheinrich im Geschäftsjahr erbrachten wirtschaftlichen Leistungen abzüglich sämtlicher Vorleistungen und Abschreibungen.
Die Wertschöpfung des Jungheinrich-Konzerns erreichte im abgelaufenen Geschäftsjahr 757 Mio. € (Vorjahr: 736 Mio. €). Sie lag damit um 3 Prozent über dem Wert des Vorjahres. Die Verwendungsrechnung ergab, dass der größte Anteil der Wertschöpfung auf die Mitarbeiter entfiel, dies waren 595 Mio. € bzw. 79 Prozent (Vorjahr: 564 Mio. € bzw. 77 Prozent). Die öffentliche Hand erhielt 45 Mio. € bzw. 6 Prozent (Vorjahr: 57 Mio. € bzw. 8 Prozent). Die Darlehensgeber partizipierten mit 40 Mio. € bzw. 5 Prozent (Vorjahr: 34 Mio. € bzw. 5 Prozent). Den Aktionären flossen rund 19 Mio. € (Vorjahr: 17 Mio. €) zu. Dem Unternehmen blieben zur Innenfinanzierung des Geschäftes 58 Mio. € bzw. 8 Prozent der Wertschöpfung (Vorjahr: 64 Mio. € bzw. 9 Prozent).
