Marktentwicklung Flurförderzeuge
Marktvolumen Flurförderzeuge in Tsd. Stück
| Region | 2008 | 2007 |
|---|---|---|
| Europa (inkl. Türkei) | 374,7 | 410,9 |
| davon Osteuropa | 70,9 | 74,3 |
| Nordamerika | 159,3 | 191,4 |
| Asien | 259,3 | 266,0 |
| davon China | 113,4 | 118,3 |
| Welt | 871,6 | 950,9 |
| 1) Bruttoinlandsprodukt | Quelle: Commerzbank |
Basierend auf der sich im Berichtszeitraum zunehmend abkühlenden Weltwirtschaft verlor die Konjunktur der Flurförderzeugindustrie an Dynamik und verzeichnete im 4. Quartal 2008 einen massiven Einbruch im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Dadurch fiel das weltweite Marktvolumen im Jahr 2008 insgesamt um 8 Prozent auf 872 Tsd. Flurförderzeuge (Vorjahr: 951 Tsd. Einheiten). Das Marktvolumen blieb damit deutlich unter der Einschätzung aus dem Vorjahr, die von einer Zunahme des Marktvolumens auf „etwas über 1 Mio. Fahrzeuge“ ausging. Die stärksten Rückgänge entfielen auf Nordamerika und Europa. Die Nachfrage nach Flurförderzeugen in Europa sank um rund 9 Prozent auf 375 Tsd. Stapler (Vorjahr: 411 Tsd. Einheiten). Obwohl sich Osteuropa dem allgemeinen Abwärtstrend nicht entziehen konnte, fiel der Rückgang des Marktvolumens mit rund 5 Prozent nicht ganz so stark aus. Zum Stillstand kam die bisher so dynamische Entwicklung in Russland, das einen Marktrückgang von rund 10 Prozent verzeichnete. Das Marktvolumen in Westeuropa ging insgesamt um 9 Prozent zurück. Dabei zeigte sich von den bedeutendsten Absatzmärkten die größte Nachfrageschwäche in Spanien, dessen Marktvolumen um rund 30 Prozent schrumpfte. Das Marktvolumen in Nordamerika brach weiter ein und fiel um 17 Prozent auf 159 Tsd. Fahrzeuge (Vorjahr: 191 Tsd. Einheiten). Asien verzeichnete dagegen nur einen Rückgang von knapp 3 Prozent auf 259 Tsd. Geräte (Vorjahr: 266 Tsd. Einheiten). China, das lange Zeit als Wachstumslokomotive den asiatischen Markt anführte, wies einen Rückgang von 4 Prozent auf. An dem weltweiten Marktrückgang waren die Fahrzeuge der Lagertechnik unterdurchschnittlich mit 6 Prozent beteiligt, während auf die Gegengewichtsstapler rund 10 Prozent entfielen. Der Jungheinrich-Konzern konnte in der von Marktschwäche und vom Wettbewerbsdruck stark geprägten Flurförderzeugbranche seine weltweite Marktposition behaupten.
Schwerpunkte und Aktivitäten
Die wesentlichen Schwerpunkte des Jungheinrich-Konzerns im Geschäftsjahr 2008 bildeten die Errichtung eines neuen Produktionswerkes und der Messeauftritt auf der CeMAT in Hannover. Außerdem gewannen die kostenreduzierenden Maßnahmen des Unternehmens als Reaktion auf die Folgen der Weltwirtschaftskrise mit ihren Auswirkungen auf die Branchenkonjunktur immer stärker an Gewicht.
Jungheinrich rechnet langfristig mit weiterem Marktwachstum und hat deshalb im Jahr 2008 mit der Errichtung eines Produktionswerkes für Elektro-Niederhubwagen in Landsberg bei Halle (Sachsen-Anhalt) begonnen. Der Produktionsstart dieses als eigenständiges „Centre of Excellence“ konzipierten Werkes, das neben der Herstellung auch die Produktentwicklung und das Produktmanagement für diese Fahrzeuge beinhalten wird, ist für Mitte 2009 geplant. In der ersten Ausbaustufe ist das Werk auf eine Produktionskapazität von mehr als 30.000 Fahrzeugen ausgelegt.
Im Mai 2008 präsentierte sich Jungheinrich mit großem Erfolg auf der CeMAT, der internationalen Leitmesse der Intralogistik, die regelmäßig alle 3 Jahre stattfindet. Der Schwerpunkt lag auf den Themen Energieeffizienz und Antriebstechnologie. Besondere Aufmerksamkeit fand die Konzeptstudie „Concept ’08“, die mit zahlreichen neuen Ideen aufwartete. Hierbei setzte Jungheinrich künftige Entwicklungsschwerpunkte um und stellte seine Innovationskompetenz erneut unter Beweis. Darüber hinaus wurden zahlreiche weitere Produktneuheiten und Weiterentwicklungen vorgestellt, darunter eine neue verbrennungsmotorische Staplergeneration mit hydrostatischem Antrieb sowie ein neuer Elektro-Gegengewichtsstapler.
Insbesondere in den im Blickfeld stehenden Zukunftsmärkten Asien und Osteuropa wurde die internationale Markt- und Servicepräsenz des Jungheinrich-Direktvertriebsnetzes weiter ausgebaut. So wurden neue Fachberater und Kundendienst-Techniker eingestellt.
Zum Ausbau des europaweit strategisch wichtigen Dienstleistungsgeschäftes wurde eine weitere Finanzdienstleistungsgesellschaft in Spanien gegründet. Damit ist Jungheinrich jetzt in den fünf größten europäischen Märkten Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien und Spanien direkt mit eigener Finanzdienstleistungskompetenz zur Vertriebsunterstützung vor Ort vertreten.
Die konzernweite IT-Vernetzung mit Standardsoftware schritt 2008 weiter voran. Zu Beginn des Jahres erfolgte die Umstellung des SAP ERP-Systems auf eine neue Schriftzeichensatz-Systematik, die es ermöglicht, Länder wie Russland und China in das Jungheinrich-IT-Netz einzubeziehen. Als nächstes ist die Einführung in der Vertriebsgesellschaft in Russland für 2009 vorgesehen. Auf der Basis gleichgerichteter Prozesse wurde im abgelaufenen Jahr ein neues System zur Disposition von Kundendienst-Technikern in drei Ländern (Deutschland, Frankreich und Großbritannien) eingeführt. In Deutschland wurde darüber hinaus die Einführung des CRM-Systems (Customer Relationship Management) abgeschlossen.
Das sich zunehmend verschlechternde Konjunkturszenario machte in der zweiten Jahreshälfte ein ganzes Maßnahmenbündel zur Krisenbewältigung erforderlich. So wurde u. a. die Baumaßnahme für die neue Produktionsstätte für Lager- und Systemfahrzeuge in Degernpoint bei Moosburg (Bayern) vorerst verschoben sowie die Produktion in allen Werken an die geringere Nachfrage angepasst. In einer ersten Stufe wurden Leiharbeitnehmer und Arbeitszeitkonten abgebaut sowie Verträge für Zeitarbeitskräfte nicht verlängert. Zudem wurden mehrere umfangreiche Kosten- und Strukturprojekte auf den Weg gebracht, die für zusätzliche positive Effekte in der Zukunft sorgen werden.
