An unsere Aktionäre
ein ereignisreiches und turbulentes Geschäftsjahr 2008 liegt hinter uns. Jungheinrich hat sich in einem schwierigen konjunkturellen Umfeld erfolgreich behauptet. Obwohl die Wachstumsdynamik der Weltwirtschaft seit Anfang des vergangenen Jahres bereits deutlich nachließ, entwickelte sich das Unternehmen in den ersten 9 Monaten sehr erfreulich. So konnte Jungheinrich den Berichtszeitraum 2008 mit dem zweitbesten Ergebnis der Unternehmensgeschichte und einem Rekordumsatz abschließen.
Mit der enormen Verschärfung der Banken- und Finanzkrise ab September beschleunigte sich der weltweite Wirtschaftsabschwung. Die Geschäftserwartungen trübten sich ein, die zu diesem Zeitpunkt noch hohen Rohstoffpreise belasteten zusätzlich. Das Wirtschaftsklima verschlechterte sich zusehends und hemmte die Investitionsbereitschaft vieler Unternehmen.
Wie nicht anders zu erwarten, erreichte diese Krise mit einer zeitlichen Verzögerung auch die Intralogistik. So war der Weltmarkt für Flurförderzeuge nach einem Wachstum in den ersten drei Quartalen im 4. Quartal 2008 um rund 40 Prozent rückläufig, in bestimmten Regionen und bei einigen Produkten sogar noch stärker eingebrochen. Jungheinrich konnte sich dieser negativen Entwicklung nicht entziehen. Wir gehen für das laufende Jahr in der Branchenentwicklung für Europa und den Weltmarkt von einem starken Marktrückgang aus. Dennoch ist unser Unternehmen auch in der aktuell schwierigen Marktphase wirtschaftlich gesund und mit seiner motivierten Mannschaft, überzeugenden Produkten sowie einer nachhaltig soliden Aktionärsstruktur für die Zukunft gerüstet.
Auf das bestehende Konjunkturszenario haben wir uns eingestellt und ein ganzes Maßnahmenbündel zur Krisenbewältigung geschnürt: So wurden u. a. die Baumaßnahmen für die neue Produktionsstätte für Lager- und Systemfahrzeuge in Degernpoint bei Moosburg (Bayern) vorerst verschoben sowie die Produktion in allen Werken an die geringere Nachfrage angepasst. Eine Reihe an Maßnahmen folgte, um unsere qualifizierte Mannschaft in ihrem Kernbestand zu erhalten. Hierbei wurden Leiharbeitnehmer und Arbeitszeitkonten abgebaut, Zeitarbeitsverträge nicht verlängert. Dazu wurde für die Werke Norderstedt, Lüneburg, Moosburg Kurzarbeit eingeführt und für die Konzernzentrale vorbereitet. Mehrere umfangreiche Kosten- und Strukturprojekte sind auf den Weg gebracht, die für zusätzliche positive Effekte sorgen werden. Dank all dieser Anstrengungen sind wir zuversichtlich, auch wenn wir uns von der allgemeinen Konjunkturentwicklung nicht abkoppeln können.
Langfristig gehen wir von einem weltweit wieder wachsenden Marktvolumen und damit steigenden Auftragszahlen für das Unternehmen aus. Auch hierauf sind wir mit unserem neuen Werk in Landsberg bei Halle (Sachsen-Anhalt), das die Produktion Mitte 2009 aufnimmt, gut vorbereitet. Sobald die Konjunktur wieder anzieht, werden zudem die Maßnahmen am Standort Degernpoint fortgesetzt.
Als wesentliches Element für profitables Wachstum wird sich einmal mehr der weitere Ausbau der internationalen Markt- und Servicepräsenz erweisen, an dem wir gerade auch in stürmischen Zeiten festhalten. Last but not least sind es unsere Produkte der Premiumklasse, die zum Unternehmenserfolg nachhaltig beitragen werden. Dies hat uns die positive Reaktion unserer Kunden gezeigt, denen wir 2008 auf der weltweit größten Branchenmesse CeMAT wieder etliche Innovationen vorgestellt haben.
Auf dieses Leistungsprofil können unsere Kunden, Geschäftspartner und unsere Aktionäre bauen. Ihnen fühlen wir uns verpflichtet und bedanken uns für ihr Vertrauen. Wir danken außerdem unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für ihr Engagement und den Willen, gemeinsam die jetzige Krise durchzustehen und die vor uns liegenden Herausforderungen zu meistern.
Hamburg, 26. März 2009
Hans-Georg Frey
Vorsitzender des Vorstandes
